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Nachhaltigkeit auf Fährschiffen, oder: Warum eine Reise mit der Fähre immer umweltfreundlicher wird





Ein O-Ton aus der Rubrik „Mythen, die sich lange halten“: „Naja, mit der Fähre fahren, ist jetzt nicht unbedingt klimafreundlich…“


Unser heutiges Blogthema erläutert, was an dieser Aussage dran ist und wo bereits große Fortschritte gemacht wurden. Denn wir von FerryKnowHow können nicht nur Unterhaltung, wir können auch Wissensvermittlung!


Die nachhaltige Zukunft der Fährschiffreisen hat schon begonnen. Und das, obwohl in den Nachrichten, die Schlagwörter „Umweltverschmutzung, Nachhaltigkeit und Streit um Emissionen und Treibstoffe“ nach wie vor präsent sind…



Die Seefahrt auf hohen Gewässern unterliegt strengen Auflagen, die durch die internationale Organisation IMO (International Maritime Organization) festgelegt wurden. Es gibt klare Richtlinien für die Seefahrt, insbesondere für Passagierschiffe – also auch für Fährschiffe. Jedes Schiff ist verpflichtet, das Schiffswasser vor Ableitung ins Meer in einer nach IMO-Standard zertifizierten Behandlungsanlage aufzubereiten, so dass keine sichtbaren und schwimmenden Festkörper abgeleitet oder Verfärbungen des Wassers verursacht werden. Bis auf definierte Ausnahmen darf generell kein Müll ins Meer abgeleitet werden. In sensiblen Gebieten, wie beispielsweise Nord- und Ostsee, gelten nochmal strengere Auflagen.



Doch nicht nur der Ausstoß ins Wasser, sondern auch in die Luft und somit unsere Atmosphäre wird reguliert. So dürfen die Abgase nicht direkt in die Luft abgegeben werden, sondern durchlaufen verschiedene Aufbereitungsanlagen direkt an Bord. Die gute Nachricht: darüber hinaus bemühen sich immer mehr Reedereien um alternative Treibstoffe zur Verringerung des Ausstoßes. So kommen bereits heute mit Wasserstoff betriebene Fähren zum Einsatz, es wird auf Künstliche Intelligenz zur Regulierung der Treibstoffmenge gesetzt, und immer mehr Reedereien gehen weg von der Diesel- hin zur Elektronutzung.

An Norwegens Küste finden sich die ersten voll elektrischen Fährschiffe. Aktuell befahren Sie nur kurze Strecken von ca. 10 Kilometern und werden am Hafen mit Hilfe von Roboterarmen aufgeladen. Genutzt wird hierbei Strom aus erneuerbaren Energien. Mehr ist bereits in Planung, bleiben Sie gespannt!


Apropos Strom: vermehrt setzen Reedereien auf Landstrom, das heißt die Stromversorgung auf den Schiffen während der Liegezeiten in den Häfen läuft über Landstromanlagen und wird teils aus erneuerbaren Energien gewonnen. So werden ebenfalls Tonnen an CO2 eingespart!


Nicht nur Strom wird vermehrt für die neue Generation an Fährschiffen eingesetzt, sondern auch alternative Kraftstoffe. So wird bereits begonnen auf LNG (Liquid Natural Gas: flüssiges Erdgas, welches auf die Temperatur von -162° C runter gekühlt wird) umzusteigen. Dies ermöglicht eine Einsparung von bis zu 90% klimaschädlichen Emissionen.

Weiter hat bereits Stena Line damit begonnen, eine künstliche Intelligenz zur Unterstützung an Bord zu nutzen, um den optimalen Verbrauch von Treibstoff zu gewährleisten. Hierbei berechnet die KI auf Grundlage von Wellengang, Geschwindigkeit und Fahrplan die benötigte Menge an Kraftstoff.


Doch auch an Bord wird immer mehr auf Nachhaltigkeit gesetzt. So haben sich viele Reedereien zum Ziel gesetzt, den Plastikverbrauch auf ein Minimum zu beschränken und dabei die Mülltrennung noch weiter auszubauen. Weitere Projekte zur nachhaltigen und klimafreundlichen Reise, wie z. B. Energieeinsparungen durch ein Beleuchtungsmanagement an Bord, sind geplant.



Und darüber hinaus bieten Fährschiffe noch einen riesigen Umwelt-Vorteil gegenüber Flugreisen in Chartermaschinen oder z.B. klassischen Kreuzfahrtschiffen: die Schiffe werden mit Fracht UND mit Passagieren geladen. Sie schlagen quasi zwei Umweltfliegen mit einer Klappe!






Wir können also als Fazit ziehen, dass bei Fährschiffen bereits viel passiert ist. Und dass wir uns in Punkto Nachhaltigkeit auf Fährschiffen auf weitere spannendere Projekte freuen dürfen. Durch die vielen Neuerungen lässt es sich auch heute schon ohne schlechtes Gewissen auf offener See reisen.


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